Kurioses

Vom Aussterben bedrohte Worte

Kokolores

Substantiv; der
Blödsinn, Unfug, Nonsens,
aber auch Geschwätz oder Getue. Die Herkunft des Wortes ist bis heute nicht geklärt. Wohl­möglich abgeleitet von dem mitte­lnieder­deutschen Wort Gokeler (Gaukler). Oder aus der Berliner Szene, in der um 1930 Kokain konsumiert wurde, unter dessen Konsum es zur Logorrhö kommt, einem verstärkten Redefluss von Unsin­nigem ohne aufhören zu können. Alternativ wird Koko­lores auf den Ruf des Hahns bezogen, welchem Stolz und Prahlerei nachgesagt wird.

Müßig­gang

Substantiv; der
Aufsuchen der Muße, von Pflichten freies Ausleben, geht z.B. mit leichter vergnüglicher Tätigkeit einher, kann jedoch auch das reine Nichtstun bedeuten

anständig

Adjektiv
den Sitten, den geltenden Moral­begriffen entsprechend, ehrbar, korrekt

Gunst

Substantiv; die
wohlwollende, freundlich entgegen­kommende Haltung, Geneigtheit bestimmte Aus­zeichnung, die jemandem als Zeichen oder Ausdruck der Gunst gewährt wird

Drei­käse­hoch

Substantiv; der
umgangssprachliche und scherzhafte Bezeichnung für ein kleines Kind; zumeist angewandt, wenn seitens des Kindes ein aufmüpfiges Verhalten beobachtet wird. 2007 zum dritt­schönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt.

fürwahr

Adverb
zur Bekräftigung einer Fest­stellung oder Erkennt­nis, wirklich, in der Tat

famos

Adjektiv
große Anerkennung / Bewunderung auslösend. Im 16. Jahr­hundert so viel wie viel besprochen, berühmt, berüchtigt, im 19. Jahrhundert unter fran­zösi­schem Einfluss mit der heutigen Bedeutung prächtig, großartig versehen; gehörte zur Jugendsprache um 1900

Höflich­keit

Substantiv; die
Höflichkeit oder Zivilisiert­heit ist eine Tugend, deren Folge eine rück­sichts­volle Ver­haltens­weise ist, die den Respekt vor dem Gegenüber zum Ausdruck bringen soll. Ihr Gegenteil ist die Grobheit oder Barbarei. Sozial gehört sie zu den Sitten, soziologisch zu den sozialen Normen.

Chuzpe

Substantiv; die
Mischung aus zielgerichteter, intelli­genter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistig­keit

Held, Heldin

Substantiv; der oder die
Der Held / die Heldin stellt sich mit Un­erschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe und/oder voll­bringt ungewöhnliche Taten, die ihm / ihr Bewunderung eintragen. Seine / ihre heroischen Fähig­keiten können körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer usw.) oder auch geistiger Natur sein (Mut, Aufopferungs­bereit­schaft, Kampf für Ideale, Tugend­haftigkeit oder Einsatz­bereitschaft für Mitmenschen).