Kampmeiers Kolumne

Ich wollte neue Fotos. Gelandet bin ich in meiner eigenen Praxis.

Veröffentlicht am 23. Januar 2026
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Ich wollte nur neue Fotos. Ein paar professionelle Bilder für meine Website – dachte ich. Doch bevor überhaupt die Kamera zum Einsatz kam, begann etwas, das viel tiefer ging: ein Business-Coaching mit Lars Neumann, das mich mit genau den richtigen Fragen konfrontierte.

Manchmal braucht es ein Gegenüber, um das zu beleuchten, was man selbst schon ahnt, aber noch nicht sehen kann. Am Ende stand nicht nur eine Fotoserie, sondern Klarheit – über meine Arbeit und das, was mich wirklich antreibt.

Mehr als ein Shooting

Ich wollte neue Fotos. Professionelle, frische Bilder für die Website. Eigentlich.

Was ich bekommen habe, war mehr – viel mehr. Eine Klärung, Rückbesinnung. Das Aufdecken von etwas, das längst unter der Oberfläche geschlummert hatte, aber unter den vielen Positionierungs- und Selbstfindungsversuchen der letzten zwei Jahre verschütt’ gegangen war.

Ohne ihn hätte ich das nicht geschafft: Lars Neumann. Er ist so viel mehr als ein Fotograf und nennt sich nicht umsonst Visual Leadership Architect. Lars wird diesem Titel auf ganz eigene und sehr besondere Weise gerecht. Ein Mann, der viele Fragen stellt, ehe er die Kamera auch nur berührt. Fragen, die genau den Punkt treffen, an dem etwas in Bewegung kommt.

Es ging nicht um Lichtsetzung und Kleidung, nicht ums Außen. Es ging um das, was in mir schlummert. Um diese eine Frage: Wer und was bin ich eigentlich?

Seit Jahren biete ich viel mehr an als das reine Erzählen von Geschichten. Keine Frage, ich stehe noch immer liebend gerne auf Bühnen, gestalte Hochzeitszeremonien und begleite Trauerfeiern. Ich erzähle, ich höre zu, ich moderiere, ich leite an. Doch mein Fokus hat sich im Laufe der Zeit immer stärker auf unser Miteinander gerichtet: Wie kommen wir wieder in den Dialog? Wie können wir uns andere Meinungen anhören – ohne gleich an die Decke zu gehen?

Dieser Wandel kam nicht abrupt, sondern in leisen Bewegungen. Wie Wasser, das sich eine neue Richtung sucht.

Ein Wort, das offene Türen einrennt

In meinen Gesprächen mit Lars fiel immer wieder ein Wort, das mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht: Verständigung.

Das ist der Kern. Kein neues Ziel, keine neue Rolle, sondern die Essenz dessen, was ich schon immer getan habe – ich hätte es bisher nur nicht benennen können.

Verständigung zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit. Ich beobachte, was zwischen Menschen passiert – oft noch bevor sie es selbst merken. Ich frage nach dem, was hinter dem Offensichtlichen liegt. Mich interessiert die Geschichte hinter der Geschichte. Was wird gesagt – und was nicht? Ich möchte lernen – über andere, über mich, möchte Zusammenhänge verstehen.

Zeit meines Lebens nutze ich – bewusst und unbewusst – Werkzeuge und Methoden, um uns über unsere Sprache anders zu begegnen. Denn Worte wirken. Immer. Was passiert, wenn es zwischen Menschen knirscht? Wenn etwas gesagt wird – aber nicht gehört. Wenn ein Tonfall das Gespräch kippen lässt.

Mir geht es nicht um Moral oder den erhobenen Zeigefinger. Mir geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sehr uns unsere Erwartungen, Erfahrungen und unser Schubladendenken prägen.

Was mich antreibt, ist dabei immer noch derselbe Satz, den ich schon als Kind gehört habe: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Für mich steckt darin alles, was Kommunikation im besten Sinne leisten kann: eine neue Sichtweise. Ein Gegengewicht zu Rechthaberei, Lautstärke und schnellen Urteilen.

Auch dieser Perspektivwechsel ist in den Gesprächen mit Lars immer wieder aufgetaucht. Hätte er mich nicht darauf hingewiesen, wäre es mir nicht aufgefallen. Ich bin damit groß geworden. „Man guckt den Leuten nur vor’n Kopp“, hat mein Vater immer gesagt. Und ich war schon damals neugierig, was dahinter ist.

Wenn meine Freundinnen in ihrem Liebeskummer eine Verbündete brauchten, haben sie nicht mich angerufen. Es sei denn, sie wollten verstehen, wie es dem Verflossenen ging … (Wenn der Schmerz richtig schlimm war, war ich natürlich auf der Seite meiner Freundin. ;-))

Klarheit bekommt einen Namen

Heute nenne ich es das Kampmeier-Prinzip: mein eigener Kompass für eine klare Kommunikation, verbunden mit Humor und Wertschätzung.

Als Lars mit einem Mal die Idee der Wirtschaftsmediation in den Raum warf, war es plötzlich so, wie seinerzeit, als ich meine erste Geschichtenerzählerin erlebt hatte. Ich wusste sofort: Das ist es! Hier bietet sich mir eine fundierte, strukturierte Herangehensweise, die sich mit dem verbinden lässt, was ich ohnehin gerne mache: zuhören, hinterfragen, ordnen, vermitteln – und die Dinge sprachlich auf den Punkt bringen.

Willkommen in meiner Praxis

Am Ende des Prozesses habe ich die Praxis für probate Perspektivwechsel gegründet. Hier biete ich einen Ort, an dem sich Blickwinkel verändern dürfen.

„Probat“ klingt ein bisschen altmodisch. Und genau deshalb gefällt mir das Wort so gut. Denn in meiner Arbeit verbinden sich alte und neue Elemente, die Erzählerin und die Mediatorin. Lebens-Erfahrung und Lebens-Lust. Intuition und Methode.

Die Praxis für probate Perspektivwechsel ist kein Angebot für alle Fälle. Aber vielleicht für genau den einen, der Ihnen gerade Kopfzerbrechen macht.

Ich kenne die Lösung nicht – aber ich begleite Sie gerne auf dem Weg dorthin. Ich bin da, wenn’s knirscht. Ich kann Krise. Und ja, ich kann auch provozieren. Weil ich glaube, dass Reibung Denkräume eröffnet. Deshalb meine Frage und gleichzeitige Aufforderung: Trauen Sie sich?

Ob als Einzelperson oder im Team – wer Verständigung fördern will, findet hier einen Ort, an dem wieder gesprochen werden kann.

P.S. Neue Fotos habe ich übrigens auch – und sie sind großartig geworden. Danke, Lars! Einen Teil davon finden Sie hier auf meiner Webseite.

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Wenn Sie Fragen haben, wie man Gräben durch gute Geschichten überwindet – dann vereinbaren Sie ein Termin und lassen Sie uns darüber sprechen.

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